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AGB Mitsegeln und Ausbildung

Allgemeine Geschäftsbedingungen für Kojencharter, Crewed Charter, Ausbildungstörns (Mitsegelbedingungen)

  1. Vertrag, Leistungen, Haftung

1.1. Der Vertrag wird zwischen dem Vercharterer (SY AHAB & Yachtschule Stralsund UG (hb) & Co.KG) und dem Charterer (im Folgenden auch als Mitsegler, Segelteilnehmer, Teilnehmer, Chartergast bezeichnet) geschlossen. Der Vertrag wird mündlich, fernmündlich, elektronisch (auch über Messengerdienste, E-Mail, SMS) oder schriftlich geschlossen. Mit Unterzeichnung des Chartervertrages durch beide Vertragsparteien und/oder mit dem Eingang der durch den Charterer zu zahlenden vertraglich vereinbarten Anzahlung ist der Vertrag für beide Seiten verbindlich. Die Möglichkeiten zu Rücktritt und Kündigung sind unter Punkt 2 dieser AGB beschrieben. Diese AGB gelten für beide Geschlechter, auch wenn keine ausdrücklichen Formulierungen für weibliche Chartergäste enthalten sind.

1.2. In den Törnpreisen sind Kosten für Verpflegung, Kraftstoffe, Öl, Liegegebühren, Gas, Endreinigung, Bettwäsche, Stammcrew (Skipper, Co-Skipper, Küche), Verbrauchsstoffe (Wasser, Strom), Abfallentsorgung (= Nebenkosten) enthalten. Die hierfür anfallenden Kosten sind mit dem Bezahlen des Törnpreises entrichtet. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Segeltörn weder eine Rundreise mit bestimmten Tageszielen noch eine Beförderungsleistung ist. Der Mitsegler nimmt an einem von Wind und Wetter abhängigen Unternehmen mit allen hierdurch bedingten Umständen und Einschränkungen teil.

1.2.1. Jeder Teilnehmer versichert durch seine Unterschrift, dass er gesund ist bzw. seine körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen medikamentös ausgeglichen werden, so dass die Belastungen eines Segeltörns zu keiner Beeinträchtigung seiner normalen Leistungsfähigkeit führen. Wenn Sie u.a. an Epilepsie, Diabetes, Schwindel, Asthma, Angina, anderen Herzerkrankungen oder Behinderungen sowie an einer ansteckenden Krankheit oder psychischen Beeinträchtigung leiden, ist der Vercharterer darüber zu informieren und kann gegebenenfalls ein ärztliches Attest des Hausarztes verlangen, welches die Eignung bescheinigt. Jeder Charterer, der regelmäßig Medikamente nehmen muss versichert, alle notwendigen Medikamente für die Dauer des Törns selbst mitzuführen. Der Charterer versichert, mindestens 15 Minuten in tiefem Wasser ohne Schwimmhilfe schwimmen zu können.

1.3. Der Segelteilnehmer ist kein reiner Passagier sondern Teil der segelnden Crew. Er kann bei der Erledigung der an Bord anfallenden Arbeiten nach Fähigkeiten mithelfen. Da der Skipper an Bord für das Leben der Crew und das Schiff verantwortlich ist, muss seinen Anordnungen Folge geleistet werden. Zu Törnbeginn erfolgt eine Einweisung der gesamten Crew durch das Stammpersonal der Yacht. Hierbei werden insbesondere die Maßnahmen für die Schiffssicherheit und die Verhaltensregeln auf See und in Notfällen erläutert. Bei Reisen von mehr als zwei Tagen Dauer wird ein Rollenplan aufgestellt. Nach Abstimmung mit den Teilnehmern wird die Fahrtenroute gemeinsam mit dem Skipper festgelegt. Änderungen gegenüber dem Törnplan sind in Absprache mit dem Skipper möglich. Der Skipper entscheidet in letzter Instanz.

1.4. Jeder Chartergast hat seine eigene Koje (Bett) in einer Doppelkabine, Paare gemeinsam (oder nach gesonderter Vereinbarung). Bei Überbelegung durch die Chartergäste selbst (in Ausnahmefällen möglich nach vorheriger Abstimmung) kann die gleichgeschlechtliche Unterbringung in Doppelkammern nicht garantiert werden. Bei der Einweisung zu Törnbeginn werden die Regeln zum Verhalten an Bord erläutert.

1.4.1. Die Regeln zum Verhalten an Bord gelten vom ersten Betreten bis zum letzten Verlassen der Yacht. Die vereinbarten Leistungen gelten auch als erbracht, wenn wetter-, sicherheits- oder technikbedingt die geplante Route geändert oder die Yacht im Hafen bleiben muss und keine grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Vercharterers oder eines seiner Erfüllungsgehilfen dafür verantwortlich gemacht werden können.

1.5. Vor Betreten der Yacht sind so genannte Überliegezeiten in dem Rahmen, wie sie im Chartergeschäft zu dulden sind, hinzunehmen: maximal zwei Stunden je Tag und Anzahl der Tage der Reisedauer.

1.6. Änderungen hinsichtlich der ausgeschriebenen Yacht bei gleichem Standard (Kojen/Teilnehmer-Verhältnis) behalten wir uns vor und begründen keinen Entschädigungsanspruch.

1.7. Zur Verpflegung bei Alles-Inklusive-Angeboten gehören jeweils das Abendessen und das Frühstück, sowie Snacks zwischen diesen Mahlzeiten. Die Mahlzeiten werden gemeinsam mit der Stammbesatzung zubereitet und mithilfe des Stammpersonals serviert. Ist aus vom Vercharterer oder eines seiner Erfüllungsgehilfen zu vertretenden Gründen die Zubereitung einer oder mehrerer Mahlzeiten nicht möglich, hat der Chartergast Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 12,00 € je nicht aus der Bordküche zubereiten Abendessens bzw. je 8,00 € je nicht zubereiteten Frühstücks. Wenn ein Chartergast aus persönlichen Gründen nicht an Bord essen will (z. B. weil er abends lieber in einem Hafen in ein Restaurant gehen möchte), hat er keinen Anspruch auf Entschädigung. Bei Abendessen in Restaurants an Land, die im Charterpreis enthalten sind, werden Speisen und Getränke bis zu einer Summe im Wert von 25,00 € pro Person und Landgang vom Vercharterer übernommen. Wenn ein Chartergast aufgrund von Diäten oder Unverträglichkeiten bestimmte Speisen nicht zu sich nehmen kann oder darf, ist der Vercharterer mindestens 12 Wochen vor Reisebeginn darüber zu informieren, um rechtzeitig eine entsprechende Bevorratung planen zu können.

1.8. Jeder Mitsegler nimmt auf eigenes Risiko an der Reise teil und verzichtet auf alle Ersatzansprüche für Personen und Sachschäden, seien sie materieller oder immaterieller Art, gegen den Schiffsführer, die anderen Mitseglern und den Eigner, sofern dieser Mitsegler ist. Dieser Verzicht gilt nicht, wenn der Schaden durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde und soweit keine Versicherung eintritt. Schließen sämtliche Reiseteilnehmer eine ergänzende individuelle Haftungsvereinbarung, so gilt diese.

1.9. Sollten wetterbedingte oder materialbedingte unvorhersehbare Umstände dazu führen, dass der Ausgangs-, bzw. Zielhafen nicht erreichbar ist, oder am Tag nicht gesegelt oder überhaupt gefahren werden kann, verzichten alle Personen gegenüber dem Schiffsführer und dem Vercharterer auf jegliche Ersatzansprüche oder Geltendmachung von zusätzlichen Reisekosten oder Übernachtungskosten.

Durch Windmangel oder andere Witterungsverhältnisse bzw. besondere Umstände bedingte Fahrten unter Maschine begründen keinen Mangel an der Vertragserfüllung durch den Vercharterer/Veranstalter.

1.10. Bei vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachten Schäden, sowie für Verunreinigungen und Verschmutzungen haftet der Verursacher allein. Bei Verschmutzung oder Verunreinigung von Ausrüstungsgegenständen und Inventar sind die Reinigungskosten und/oder die Kosten für den Ersatz vom Verursacher zu tragen. Für die Reinigung verschmutzten Inventars durch die Stammcrew kann vom Skipper eine Aufwandsentschädigung in Höhe von bis zu 100 € verlangt werden. Diese ist vom Verursacher vor Abreise an den Skipper auszuzahlen.

1.11. Für Reisegepäck und Wertsachen wird keine Haftung übernommen.

Der Skipper haftet nicht für Unfälle, Schäden, Verlust und Verspätung, die nicht auf eigener grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz beruhen. Ein Anspruch auf Ersatz für verloren gegangene Urlaubsfreude oder Urlaubstage gilt in jedem Fall, ebenso wie Ansprüche, die generell über den Törnpreis hinausgehen, als ausdrücklich ausgeschlossen.

1.12. Es wird ausdrücklich daraufhin gewiesen, dass während der Überfahrten und Tagestörns übermäßiger Alkoholgenuss auch eines einzelnen Chartergastes oder Crewmitgliedes zum Abbruch des Tagestörns berechtigen. Die Entscheidung liegt allein in der Verantwortung des Skippers für die Unversehrtheit von Besatzung und Schiff.

  1. Rücktritt des Charterers

2.1. Tritt der Charterer von diesem Vertrag zurück, gleich aus welchem Grund (auch höhere Gewalt), bleibt seine Zahlungspflicht zunächst bestehen. Es wird empfohlen, eine geeignete Ersatzperson zu suchen oder eine externe Reisekostenrücktrittsversicherung abzuschließen. Jedoch kann der Charterer noch innerhalb 14 Tagen nach Zusendung der Vertragsunterlagen (vgl.1.1.) ohne Angabe von Gründen und ohne Stornogebühr vom Vertrag zurücktreten, dies aber nur, wenn der Zeitpunkt des Rücktritts nicht weniger als 12 Wochen vor dem Reisedatum liegt. Wird der Rücktritt vom Vertrag bzw. die Vertragskündigung später als 14 Tage nach Vertragsschluss bis 12 Wochen vor Charterbeginn erklärt, erhebt der Vercharterer eine Stornogebühr in Höhe von 30% des vereinbarten Charterpreises. Diese ist sofort mit Zugang der Gebührenrechnung zur Zahlung fällig. Bei Vertragsschluss innerhalb 12 Wochen vor Charter- bzw. Törnbeginn beträgt die stornofreie Rücktrittsfrist drei Tage ab Zusendung der Vertragsunterlagen.

2.2. Kündigt der Charterer den Vertrag oder tritt der Charterer vom Vertrag zurück a) in der Zeit von 12 Wochen bis 14 Tage vor dem vereinbarten Charterbeginn oder b) kündigt er in einer Frist innerhalb 14 Tagen vor dem vereinbarten Charterbeginn oder tritt er die Charter zum vereinbarten Charterbeginn (Anbordgehen) nicht an, so wird von uns eine Entschädigungsgebühr erhoben. Diese beträgt im Falle a) 50% des Reisepreises und im Falle b) 100% des vereinbarten Charter- bzw. Reisepreises und ist in beiden Fällen sofort nach Rechnungszugang zur Zahlung fällig.

2.3. Die Kündigung durch den Charterer muss schriftlich erfolgen (per Email, Brief) oder über einen geeigneten elektronischen Weg, der eine eindeutige zeitliche Zuordnung ermöglicht (SMS, Messengerdienste). Es gilt der Zeitpunkt der Zustellung beim Vercharterer als maßgebend für die Einhaltung der jeweiligen Fristen.

3.Rücktritt und Vertragskündigung durch den Vercharterer

3.1. Der Vercharterer kann bis 12 Wochen vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten, wenn die Mindestteilnehmerzahl, sofern eine solche festgelegt ist, nicht erreicht wird (entfällt bei Schiffskomplettbuchung). Bei Absage erhält der Teilnehmer/Charterer alle bis dahin geleisteten Anzahlungen in voller Höhe unverzüglich zurück. Weitere Ansprüche entstehen nicht.

3.1.1. Der Vercharterer kann in Einzelfällen (unter anderem: Verlust oder schwere Beschädigung des im Vertrag angebotenen Schiffes, Tod oder Meuterei der Stammcrew, Krieg oder kriegsähnliche Zustände im Vertragsrevier) auch später als in der unter 3.1. genannten Frist vom Vertrag zurücktreten. Auch in diesem Falle erhält der Teilnehmer/Charterer alle bis dahin geleisteten Anzahlungen in voller Höhe unverzüglich zurück. Weitere Ansprüche entstehen nicht.

3.1.2. Die Kündigung durch den Vercharterer muss schriftlich erfolgen (per Email, Brief) oder über einen geeigneten elektronischen Weg, der eine eindeutige zeitliche Zuordnung ermöglicht (SMS, Messengerdienste). Es gilt der Zeitpunkt der Zustellung beim Vercharterer als maßgebend für die Einhaltung der jeweiligen Fristen.

3.2. Nach Beginn des Törns ist der Vercharterer berechtigt, den Chartervertrag fristlos zu kündigen, wenn ein Chartergast die Durchführung der Reise ungeachtet einer mündlichen Abmahnung des Skippers/ Eigners/ Vercharterers nachhaltig stört, so dass eine weitere Teilnahme für die Gruppe nicht mehr zumutbar ist oder sich in solchem Maße vertragswidrig verhält, dass eine sofortige Aufhebung des Vertrages gerechtfertigt ist. Bei durch den Chartergast zu vertretender verhaltensbedingter Vertragskündigung durch den Vercharterer bleiben Ersatzansprüche des Chartergastes ausgeschlossen. Für etwaige Schäden, die im Zusammenhang mit einer solchen Kündigung entstanden sind, haftet der Chartergast in vollem Umfang. Die Kündigung in diesem Falle bedarf nicht der Schriftform.

  1. Mitwirkungspflicht des Teilnehmers

Der Teilnehmer ist verpflichtet, bei evtl. auftretenden Leistungsstörungen i.S. unvorhersehbarer Ereignisse, alles ihm Zumutbare zu tun, um zu einer Behebung der Störung beizutragen.

  1. Gültigkeit der Vereinbarung

Sollten Teile dieser Vereinbarung ungültig oder undurchführbar sein, soll dies die Wirksamkeit der anderen Teile dieser Vereinbarung nicht beeinträchtigen. Das gleiche gilt, wenn sich herausstellen sollte, dass die Vereinbarung eine Regelungslücke enthält.

Anstelle des unwirksamen oder undurchführbaren Teils oder zur Ausfüllung der Lücke soll diese Vereinbarung so ausgelegt werden, dass sie dem beabsichtigten Zweck möglichst nahe kommt. Der beabsichtigte Zweck ist die aktive Erholung und Freude am Segeln der Chartergäste.

Der Chartergast bestätigt mit seiner Unterschrift diesen Vertrag und dass er diese Mitsegelbedingungen (AGB), die Bestandteil des Chartervertrages Vertrages sind, gelesen und anerkannt hat. Bei Onlinebuchung gelten die AGB durch Anhaken des Kästchens “Ich stimme den AGB, Mitsegelbestimmungen und der Datenschutzerklärung zu” als dem Charterer bekannt.